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Erfahrungen mit Rehabilitation

Was hilft beim Gesundwerden? Was ist ein möglicher Weg, wieder zurück in den gewohnten Alltag zu kommen? Rehabilitationsmaßnahmen können Unterstützung bieten.

Die Ärztin Monika Cramer wurde selbst zur Patientin, als sie die Diagnose Blutkrebs erhielt.

Porträt Monika Cramer

Erfahrungen mit Rehabilitation

Monika Cramer sagt:

Ich habe für mich persönlich die Erfahrung gemacht, dass mir das sehr gut getan hat. Ich war hier in Bad Kissingen in der Reha, sofort eigentlich, nachdem, oder relativ bald, nachdem ich aus der Klinik entlassen worden bin nach langer, langer Zeit, und war wirklich in einem körperlich ziemlich desolaten Zustand und hatte auch das Gefühl, mein Hirn funktioniert nicht mehr so. Ich hatte echt das Gefühl, ich habe Merkfähigkeitsstörungen und war wirklich also sozusagen mit meinem Körper und so insgesamt wirklich unzufrieden. Und ich hatte mir für die Reha erhofft, dass sich das bessert. Und ich muss ehrlich sagen, das hat es auch getan. Und ich hatte ein bisschen die Befürchtung, die eben auch viele andere Patienten haben: „Ah, das sind ja alles nur Kranke und da werde ich nur runtergezogen und da wird nur über die eigene Krankheit geredet. Das brauche ich nicht.“ Und ich muss sagen, so war es nicht. Also ich habe die Erfahrung gemacht hier, ich habe tolle Angebote bekommen für mich persönlich, um weiterzukommen, viel Sport, das, was ich gebraucht habe. Ich habe Kontakt mit anderen Patienten gehabt, ja, aber wir haben nicht nur über Krankheit gesprochen oder: „Was hast du? Was habe ich?“, und: „Oh, wie sieht es bei dir aus?“, überhaupt nicht. Eher so ein bisschen Mut gemacht: „Mensch, lass doch mal die Perücke weg, sieht doch toll aus, hast doch schon Haare“, in der Hinsicht. Ich habe auch wirklich mit einer Mitpatientin wirklich mich sehr, sehr gut verstanden. Und die hat mir also so einen Tipp für mein Leben gegeben und das ist etwas, das möchte ich wirklich machen. Und die hat mir erzählt, das war eine ältere Dame, dass sie mit ihren Kindern, die jetzt schon groß sind, selber schon Kinder haben, einmal in der Woche sich treffen zum Essen. Sie kocht für die ganze Familie, für den großen Tisch. Und alle kommen zusammen, reden über das, was anliegt, einfach so. Manchmal bleibt noch einer, die anderen, die Jungen gehen los in die, ich hätte jetzt beinahe gesagt „Disco“, aber das heißt ja nicht mehr „Disco“, das heißt „Club“. Sie gehen in den Club. Und da habe ich mit gedacht: „Mensch, das ist eine tolle Sache, das würde ich mir wünschen für meine Familie.“ Und ich versuche das jetzt schon, wo sie noch alle da sind, schon mal so leise immer mal wieder fallenzulassen, dass ich eigentlich denke, dass das doch eine schöne Geschichte wäre. Und ich hoffe, dass das tatsächlich mal hinkommt. Also das habe ich auch hier erfahren und gelernt, unter anderem.

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