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Umgang mit Krebs

Einzelbetrachtungen zu den Phasen einer Krebserkrankung

Mit Krebs zu leben bedeutet eine komplette Umstellung. Gewohntes und Alltägliches finden nicht mehr so statt, wie man es vor der Diagnose kannte. Die neue Situation belastet nicht nur einen selbst, sondern auch Partnerschaft und Familie, aber auch in Freundeskreis und Berufsleben sind Veränderungen sichtbar. Viele Neubetroffene sind überfordert in dieser Situation, denn die Hilfestellung von Ärzten beschränkt sich in der Regel nur auf die medizinischen Fragen der Erkrankung.

An dieser Stelle versuchen wir eine Hilfestellung zu geben. Menschen, die bereits eine Krebserkrankung durchgemacht haben, erzählen von Erfahrungen und geben Beispiele für den Umgang. Sie sind nicht als Vorbilder oder Schablonen zu verstehen, sondern sollen Verständnis schaffen für das, was gerade passiert und was in Zukunft vielleicht zu erwarten ist.

Um einfacher in die Erfahrungswelten einzutauchen, haben wir haben die Videointerviews der Cancer Survivor zu folgenden Themenbereichen gruppiert.

Zeit vor der Diagnose

Viele Cancer Survivors beschreiben ihr Leben vor der Diagnose als rundum gut und sehr glücklich, andere haben bereits mit körperlichen Einschränkungen zu kämpfen. Viele Betroffene rechnen zu diesem Zeitpunkt nicht mit einer gravierenden Veränderung, die sie erfahren werden, andere wiederum haben eine gewisse Vorahnung.

Wendepunkt Diagnose Krebs

In Deutschland werden jährlich ca. 480.000 Menschen neu mit einer Krebserkrankung diagnostiziert und mit vielen damit verbundenen Konsequenzen konfrontiert. Die Diagnose „Sie haben Krebs!“ schlägt wie ein Blitz in den Alltag ein. Dieser neue Umstand kann eine massive, emotionale Überforderung für Betroffene und deren Angehörige darstellen, denn der Krebsbefund verändert das Leben gravierend und ist allein schwer zu meistern. Erfahren Sie, wie andere auf ihre Diagnose reagiert haben.

Umgang mit der Diagnose

Jeder Mensch ist einzigartig und hat seinen eigenen Umgang mit der Erkrankung. Daher gibt es auch keine „richtige“ oder „falsche“ Art der Krankheitsbewältigung. Hier sprechen Cancer Survivors darüber, wie sie ihre existenzielle Krise, den durch die Krankheit bedingten Bruch bzw. Wendepunkt gemeistert haben, welche Träume sie trotz Erkrankung hatten und wie sie ihren eigenen Weg gefunden haben, mit der Diagnose Krebs umzugehen.

Leben mit Krebs

Mithilfe einer gezielten Krebstherapie werden durchschnittlich 40 Prozent der Patienten geheilt. Für Patienten, bei denen keine Heilung möglich ist, kann eine Behandlung die Verlängerung der Lebensdauer bewirken und ein beschwerdefreies Leben mit der Krankheit ermöglichen. Aber auch der nicht-medizinische Umgang mit der Erkrankung ist wichtig. Erfahren Sie, wodurch andere Menschen Kraft geschöpft haben, was sich in ihrem Leben verändert hat und wie sie Energie aufbringen konnten, um neue Stärke zu entwickeln.

Rolle von Partner und Familie

Meist werden der Partner, die Familie oder andere vertraute Menschen als größte Kraftquelle erlebt. Sie teilen die Sorgen und Ängste der Betroffenen und stehen Belastungen gemeinsam mit ihnen durch. Manchmal sind Veränderungen in der bisherigen Rollenaufteilung der Familie notwendig oder die Lebensplanung verändert sich. Das kann auf beiden Seiten große Verunsicherung auslösen. Offene und vertrauensvolle Gespräche können viel zum gegenseitigen Verständnis beitragen und helfen gemeinsam auch neue Wege zu gehen.

Rolle von Freunden und Kollegen

Die meisten Betroffenen wünschen sich, dass der Umgang mit Freunden und Kollegen „normal“ bleibt und einem ausgewogenen Verhältnis von Sorge und Fürsorge entspricht. Fast alle Cancer Survivors erwähnen in ihren Geschichten Freunde, die sie eng begleiten, aber auch davon, dass sie Freundschaften verloren haben. Einladungen zum Essen, das zeitweise Übernehmen der Kinderbetreuung und Unterstützung im Alltag werden als wertvolle Hilfsangebote beschrieben. Aber auch der Umgang im Arbeitsumfeld hat Auswirkungen auf das Gefühl, wieder gut im Leben integriert zu sein.

Rolle des Arbeitgebers

Den Betroffenen beschäftigt meistens die zentrale Frage: Wie gehe ich gegenüber meinem Arbeitgeber mit meiner Erkrankung um und spreche ich den Krebs und die möglichen Einschränkungen offen an? Die Rückkehr an den Arbeitsplatz kann bei der Genesung sehr gut helfen. Der Arbeitgeber kann einen wertvollen Beitrag leisten, indem er sich offen und hilfsbereit zeigt und auf den Mitarbeiter empathisch zugeht. Sehen Sie, welche Erfahrungen andere dabei gemacht haben.

Erfahrungen aus der Therapie

Die Art der Krebstherapie hängt immer von der Tumorart ab, das heißt, der Therapieverlauf unterscheidet sich von Patient zu Patient. Es gibt jedoch einige Standardtherapien. Die Cancer Survivors berichten in diesen Videos von den unterschiedlichen Phasen der Erkrankung und den Erfahrungen mit den in Anspruch genommenen Therapien: Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie oder Antihormontherapie.

Selbsthilfegruppen und Internet

Wer sich für das Thema Krebs interessiert oder selbst von der Erkrankung betroffen ist, geht heute ganz selbstverständlich auch ins Internet. Für viele Patienten ist diese Form der digitalen Informationsangebote oder die realen Treffen und der direkte Austausch in Selbsthilfegruppen zu einem unverzichtbaren Teil in ihrem Leben geworden. Soziale oder professionelle Netzwerke können hilfreich sein, um Unterstützung, Mut und neue Perspektiven zu finden.

Rehabilitation

Ziel und Wert von Reha sind es, denkbare Spätfolgen und mögliche Einschränkungen bedingt durch Krebs und Therapie vorzubeugen. Die Verbesserung der Lebensqualität steht dabei im Fokus. Ebenso soll verhindert werden, dass Betroffene erwerbsunfähig oder pflegebedürftig werden. Was also hilft beim Gesundwerden? Was ist ein möglicher Weg, wieder zurück in den gewohnten Alltag zu kommen? Rehabilitationsmaßnahmen können hierbei wertvolle Unterstützung bieten.

Psychoonkologie

Psychoonkologen leisten für Betroffene und deren Angehörige wertvolle Arbeit bei der mentalen Bewältigung einer Krebserkrankung. Hier finden Sie unterschiedliche Betrachtungen zu diesem professionellen Hilfsangebot, Sie erfahren, wann man gut beraten ist, diese Unterstützung in Anspruch zu nehmen und welche Vorurteile möglicherweise überwunden werden müssen. Häufig tun sich Männer noch schwer mit der Psychoonkologie – das sollte sich doch ändern lassen, oder?

Leben heute

Dank des medizinischen Fortschritts ist die Lebenserwartung von Krebspatienten heute deutlich höher als noch vor zehn Jahren. Derzeit leben rund 3,2 Millionen Krebsüberlebende allein in Deutschland. Bei 2,1 Millionen der Betroffenen liegt die Erstdiagnose mehr als zehn Jahre zurück, doch Langzeitfolgen können sich auch nach einer Krebsheilung auf die Lebensqualität auswirken. Betroffene sprechen darüber, welche Empfehlungen sie für das Leben nach der Therapie haben und wie sie heute mit der Erkrankung leben.