Podcast „Psycho­onkologie“

Manuel Teterra ist niedergelassener Psychoonkologe und  Vorstandsmitglied der Krebsberatung Berlin-Brandenburg e. V. In diesem Podcast sprechen wir mit ihm über die Psychoonkologie – was sie ist und was sie leisten kann.

Manuel Teterra beantwortet, für wen sich die Psychoonkologie eignet und wann der richtige Zeitpunkt für den Beginn ist. Wir betrachten ebenso, was bei einer Sitzung mit dem Psychoonkologen eigentlich passiert und wie man überhaupt einen Psychoonkologen finden kann. –Sein Sie gespannt auf ein interessantes Interview!

Dieser Podcast hat eine Länge von 18 Minuten, in denen 15 Fragen beantwortet werden.


 

 

Inhalt des Podcasts

  • 00:20 // Was ist Psychoonkologie und für wen ist sie gedacht?

    Die Psychoonkologie, die richtet sich an Menschen, die vom Krebs betroffen sind. Aber auch an die Angehörigen und Freunde. Also zusammengefasst an alle, die sich durch die Erkrankung stark belastet fühlen und die sich im Krankheitsbewältigungsprozess Unterstützung wünschen. Im Vordergrund steht immer die Erhaltung und die Verbesserung der Lebensqualität, also dass wir sie möglichst gut durch den Krankheitsbewältigungsprozess begleiten. Das beinhaltet sowohl die Reduzierung von psychischen Belastungen als auch die von sozialen Einschränkungen. Also bei den sozialen Einschränkungen stehen zum Beispiel die beruflichen Aspekte im Vordergrund. Also wie können Sie zum Beispiel Ihre Krebserkrankung an Ihrem Arbeitsplatz, bei Ihren Kollegen oder bei Ihren Führungskräften kommunizieren? Wie gehen Sie mit, ja, der eingeschränkten Leistungsfähigkeit um? Wie können Sie Einkommensausfälle kompensieren? Oder wo können Sie finanzielle Hilfen erhalten? Bei den psychischen Belastungen sind es häufig natürlich Ängste, die im Mittelpunkt stehen aber auch Veränderungen in den sozialen Beziehungen. Also was für Auswirkungen erleben Sie zum Beispiel in der Partnerschaft? Und wie können Sie damit umgehen? Oder was kann Ihnen zum Beispiel in depressiven Episoden helfen? Also insgesamt ist die Psychoonkologie darauf ausgelegt, die psychischen und auch die sozialen Belastungen zu reduzieren.
  • 01:47 // Wie ist die Psychoonkologie entstanden, welche Entwicklungen gab es dabei?

    Die psychoonkologische Forschung, die gibt es bereits so seit den siebziger Jahren. Und bis in die neunziger Jahre wurde insbesondere untersucht, welchen Einfluss psychische Faktoren auf die Tumorentstehung haben, also so Stichwort Krebspersönlichkeit. Gibt es bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, die eine Tumorentstehung begünstigen? Inzwischen wissen wir, dass die psychische Konstitution und die Persönlichkeit für die Entstehung gar nicht relevant sind. Das heißt, heute stehen Fragen im Vordergrund, wie die Betroffenen oder wie Sie als Betroffener bestmöglich unterstützt und entlastet werden können.
  • 02:23 // Häufig wird Psychoonkologie mit einer Geisteskrankheit in Verbindung gebracht. Ist dieses Vorurteil berechtigt?

    Also Krebspatienten leiden ja nicht zwingend unter einer psychischen Erkrankung. Insofern unterscheidet sich natürlich die therapeutische Herangehensweise und auch der Fokus der Behandlung. Es geht um eine bestmögliche Unterstützung im Krankheitsbewältigungsprozess und nicht um die Therapie einer psychischen Erkrankung. Weiterhin sind natürlich viele spezielle Fragen sehr relevant für onkologische Patienten. Und es ist wichtig, dass diese Anliegen unmittelbar und ganz unabhängig von psychischen Erkrankungen auch geklärt werden.
  • 03:05 // Welche Möglichkeiten, bietet mir als Patient die Psychoonkologie, was kann sie leisten?

    Also psychoonkologische Angebote, die können eigentlich so wie so ein Rettungsanker gesehen werden eigentlich in der Phase der Krankheitsbewältigung. Sie helfen beim Verstehen und bei der Bewältigung der Erkrankung. Die Belastung und die Fragen, die da im Zentrum stehen, die sind ja sehr sehr unterschiedlich. Ja. Also Sie kommen zum Beispiel zu mir und fragen sich: Warum trifft es mich gerade? Wie kann ich besseren Umgang mit meinen Ängsten finden? Was kann ich in depressiven Phasen tun? Wie komme ich zum Beispiel gut durch die Nebenwirkungen der Behandlung? Also was kann ich gegen Übelkeit oder Schmerzen tun? Aber auch: Wie kommuniziere ich meine Erkrankung innerhalb der Familie, also gegenüber meinen Kindern zum Beispiel oder gegenüber meinen Eltern? Und auf der Angehörigen Seite natürlich: Wie kann ich denn, ja, als Angehöriger bestmöglich unterstützen? Die Psychoonkologie erhebt die Belastung sehr individuell. Und wir schauen als Psychoonkologen dann sehr genau, wie wir den Betroffenen oder wie wir Sie als Betroffenen bestmöglich unterstützen können. Das heißt, wir finden auch heraus, wie Sie sich selber auch unterstützen können. Und da gibt es natürlich keine Patentlösung, sondern für etwas was für einen sehr sehr hilfreich sein kann, kann für den anderen gar nicht relevant sein. Und das heißt, da schauen wir sehr genau hin. Und ich selbst arbeite zum Beispiel sehr gerne mit der Ressourcenaktivierung. Das heißt, wenn es zum Beispiel um die Frage geht, wie Ängste reduziert werden können, erfrage ich ganz gezielt Zustände, in denen die Angst weniger ist oder vielleicht gar nicht vorhanden ist. Und wenn Sie mir dann erzählen, dass sie wenig Angst haben, wenn Sie zum Beispiel Zeit mit Ihrem Enkel verbringen oder mit Ihrem Kind, dann ist diese Zeit, die Sie mit Ihrem Kind verbringen eine große Ressource. Und wenn wir das über ganz verschieden Bereiche hinweg machen, dann gibt- ergeben sich schon viele Ressourcen, die sehr sehr nützlich sein können, um auf die Angstreduzierung gezielt Einfluss zu nehmen. Genauso ist es mit Entspannungsverfahren. Ja. Also zum Beispiel Selbsthypnose oder Yoga, die wir in psychoonkologischen Begleitungen Ihnen auch zeigen ja, um auch diese innere Anspannung, die mit der Erkrankung häufig verbunden ist, zu reduzieren. Die Psychoonkologie verfügt über ganz viel tolle Musikkörper und kunsttherapeutische Angebote und natürlich die entlastenden Gespräche, die auch sehr sehr wichtig sind. Einfach weil alleine schon das über Ängste reden, Ängste zu konkretisieren und die Sorgen mitzuteilen, können Ängste reduziert werden und auch dieses Gefühl von ausgeliefert-sein entsprechend reduziert werden. Das heißt, es geht auch darum in den Gesprächen zu lernen so die eigenen Bedürfnisse formulieren zu können. Ja. Also wenn ich meine eigenen Bedürfnisse kenne, die ich in der Erkrankung habe, kann ich sie auch an meine Angehörigen und meine Familie weitergeben. Und das ist natürlich auch sehr hilfreich dann.
  • 06:10 // Oft wollen sich Menschen nicht eingestehen, dass ihnen ein Experte helfen könnte. Man will niemanden Fremdes in seinen Kopf lassen. Welche Vorurteile haben Menschen gegenüber einem Psychoonkologen?

    Ja. Also die Vorurteile sind ganz ähnlich wie bei denen von Psychotherapien. Nur weil ich krebskrank bin, bedeutet das ja nicht, dass ich auch psychisch krank bin. Das heißt, die psychische Unterstützung wird immer noch ganz ganz häufig mit einer persönlichen Schwäche gleichgesetzt. Und ich finde es ganz wichtig an der Stelle herauszuarbeiten, dass psychoonkologische Angebote eine große Chance bieten, eine zusätzliche Unterstützung und eine Entlastung zu bekommen. Und es ist inzwischen so, und das wissen wir, dass über 50 Prozent der Betroffenen sich in der Phase der Diagnose eine psychische Unterstützung wünschen. Und es sind noch weit über 30 Prozent in der Phase von Therapie und Nachsorge. Und also das zeigt auch, wie groß der Bedarf an psychoonkologischen Begleitungen ist.
  • 07:07 // Kann man festhalten: Die Inanspruchnahme eines Psychoonkologen durch mich als Krebspatient ist nicht gleichzusetzen mit einer psychischen Erkrankung?

    Ganz richtig.
  • 07:11 // Der Psychoonkologe ist also reine Unterstützung für das Leben und den Umgang mit dem Krebs?

    Genau so ist es.
  • 07:22 // Wie läuft eine Sitzung beim Psychoonkologen ab?

    Wenn Sie jetzt zum Beispiel zu mir in die Krebsberatung kommen oder in meine Praxis, dann stehen natürlich erst mal Ihre ganz individuellen Wünsche und Anliegen im Vordergrund. Das heißt, wir würden ein Erstgespräch führen. Und dafür nehme ich mir auch sehr viel Zeit, um wirklich Ihre ganz individuellen Belastungen und Fragestellungen gezielt zu hinterfragen. Und Sie können sich vorstellen, am Ende steht dann so etwas wie ein Auftrags- eine Auftragsklärung. Das heißt, ich mache mir ein Bild darüber, wo ich den Patienten unterstützen kann, wo meine Unterstützung gewünscht wird und natürlich auch was der Patient oder was Sie als Patient selbst für sich tun können. Da macht zum Beispiel vielleicht auch Sinn Angehörige miteinzubeziehen. Je nach Anliegen, das kann zum Beispiel Strategien sein, wie Ihre Ängste reduziert werden können oder das Erlernen von Entspannungsverfahren. Es können aber auch ganz praktische Fragen sein, wie Sie am besten durch die Therapie kommen, also die Nebenwirkungen reduzieren können, Ernährungsfragen während der Therapie. Oder wenn Sie zum Beispiel keine Angehörigen haben, die Sie zuhause pflegen können. Wer stellt denn die Pflege sicher, wenn sie aus dem Krankenhaus kommen? Ich erlebe das auch ganz häufig, dass nach Diagnosen so grundsätzliche Lebensfragen und Lebensthemen hochkommen, auch so Wünsche nach so massiven Veränderungen. Und auch da ist es natürlich nicht immer so, dass diese Veränderungswünsche sofort mit der Familie und den Angehörigen geteilt werden können, oder, ja, dass man das nicht gleich will. Und dann bieten psychoonkologische Begleitungen natürlich ein gutes Setting, diese Fragen zu teilen und zu besprechen.
  • 09:04 // Wie häufig trifft man sich zu einem Gespräch und wie lange dauert es?

    Ich sehe meine Klienten wöchentlich, zum Teil alle zwei Wochen. Das kommt wirklich ganz auf den Bedarf drauf an und wird individuell festgelegt. Das kann auch mal phasenweise vorkommen, dass man sich mal häufiger trifft und dann mal wieder ein paar Monate vergehen. Also das ist- wird ganz individuell festgelegt.
  • 09:24 // Sollten die Gespräche mit Angehörigen stattfinden oder wäre es sogar ihre Empfehlung Angehörige mit einzubeziehen oder ist es besser die Zeit beim Psychoonkologen für sich selbst zu nutzen?

    Ja. Ich selber erlebe es so, dass bei den Erstgesprächen häufig Angehörige noch dabei sind, also zum Beispiel der Partner. Und da ist auch überhaupt nichts gegen einzuwenden. Aber es ist in der Regel schon so, dass der Wunsch auch besteht sich einfach mal auch allein und unabhängig von den Angehörigen auszutauschen. Es kann dann immer mal wieder sinnvoll sein, Angehörige miteinzubeziehen in die Gespräche. Aber die reine psychoonkologische Begleitung auch mit den persönlichen Anliegen und Themen, erfolgt eher so im eins zu eins Kontakt.
  • 10:06 // Dass bedeutet, der Psychoonkologe schafft mir einen Raum, in dem ich meine Probleme und Ängste besprechen kann, ohne meine Angehörigen zu belasten?

    Genau. So ist es auch. Es geht gerade bei den Psychoonkologischen Begleitung darum, eine Gesprächsatmosphäre herzustellen, die alle Fragen zulässt, wo überhaupt gar keine Grenzen vorhanden sind. Das können die psychischen Belastungen sein. Das können natürlich auch Tabuthemen sein, die in der Familie eventuell nicht besprochen werden. Das Thema Sterben und Tod zum Bespiel ist häufig ein Thema, was gerne auch außerhalb von familiären Beziehungen besprochen wird. Aber es gibt natürlich auch, ja, physische Themen. Das heißt: Werde ich zum Beispiel jemals wieder eine unbeschwerte Sexualität erleben können? Wie soll ich mit einem künstlichen Darmausgang leben? Werden meine Erschöpfungszustände jemals wieder besser werden? All das sind Themen, die natürlich in psychoonkologischen Begleitungen und in diesen Kontexten sehr sehr gut besprochen werden können.
  • 11:10 //Gibt es einen bestimmten Zeitpunkt zu dem man die Hilfe eines Psychoonkologen in Anspruch nehmen sollte – was könnte ein Auslöser sein?

    Eine psychoonkologische Begleitung kann eigentlich in allen Krankheitsphasen sinnvoll sein. Also bei der Diagnose, im Rahmen der Behandlung, aber auch nach Abschluss der Behandlung, also wenn es so darum geht im veränderten Alltag wieder Normalität zu finden. Aber natürlich auch im palliativen Kontext, also wenn nicht mehr die Heilung im Vordergrund steht, sondern die Symptombehandlung und auch in der Sterbebegleitung. Mit der Diagnose treten ja häufig so Gefühle von seelischer Überforderung auf. Ja. Das sind Gefühle von Bedrohung, von Wut, von Trauer und Hilflosigkeit. -kommt natürlich auch häufig vor, dass Patienten traumatisiert sind. Und es ist ja ganz wichtig diesen Gefühlen auch Raum zu geben auch im Sinne der Verarbeitung des Erlebten. Und wenn sie mich so nach dem richtigen Augenblick fragen, dann ist das sicherlich dann, wenn sie feststellen, dass diese psychischen Belastungen Sie in ihrem Alltag ganz stark einschränken. Also wenn Ihre eigenen Bewältigungsstrategien nicht mehr ausreichen, um sich selber eine Entlastung zu verschaffen. Also das würden Sie daran merken, wenn Sie merken, dass die Ängste immer stärker werden, dass Sie immer häufiger auftreten, dass Sie unter Umständen Schlafprobleme bekommen, dass Sie sich so antriebslos fühlen und traurig und mutlos.

    Es ist nicht so, dass jeder unbedingt eine psychoonkologische Begleitung braucht. Ja. Manchmal ist die Widerstandkraft, wir nennen das Resilienz, die ist groß genug, um diese eigenen Belastungen auszugleichen. Aber im Allgemeinen ist natürlich dieser Prozess der Krankheitsbewältigung sehr kräftezehrend. Und genau dann ist die psychoonkologische Begleitung auch eine wertvolle Unterstützung.

  • 12:50 // Welche Position habe ich beim Psychoonkologen und welche Rolle nimmt er ein?

    So pauschal ist da eine Rolle gar nicht festzulegen. Es kann zum Beispiel sein, dass sie so als- in der Rolle des Suchenden kommen. Ja. Dann bin ich als Psychoonkologe nicht unbedingt der, der für sie findet, sondern sie begleitet etwas für sich zu finden. Ja. Also selbst der Findende zu werden.
  • 13:18 // Welche Themen werden besprochen?

    Der Psychoonkologe ist sozusagen der Experte für offene Fragen und so ein professioneller Begleiter auch für schwierige Themen. Ja. Das heißt, eine Gesprächsatmosphäre steht im Vordergrund, die es erlaubt tatsächlich alle Themen, die sie ja für wichtig erachten zu besprechen. Und da gehören natürlich auch Themen dazu, die vielleicht im familiären Kontext tabuisiert sind, aber zu denen sie sich trotzdem Austausch wünschen. Das heißt, auch was die Themen angeht sind keinerlei Grenzen gesetzt ganz im Gegenteil. Die Psychoonkologie ist gerade so aufgestellt, dass alle Themen hier auch entsprechend behandelt werden können.
  • 14:00 // Wie lange dauert eine psychoonkologische Begleitung?

    Also so mal ganz salopp formuliert, so lange Sie es eigentlich in ihrem Krankheitsbewältigungsprozess benötigen. Ja. In der Regel entwickeln Sie sich ja ein gutes Gespür dafür, wie lange Sie sich eine Begleitung wünschen. Das können mehrere Wochen, aber auch mehrere Monate sein, bis sozusagen die erlernten Bewältigungsstrategien wirksam werden. Das kann auch phasenweise sein, dass Sie zum Beispiel nach der Diagnose sich dann Austausch und eine Begleitung wünschen. Und dann vielleicht einen Monat hin nicht mehr und im Rahmen der Nachsorge nochmal auf mich zukommen. Das ist wirklich ganz individuell.
  • 14:35 // Wo finde ich den richtigen Experten? Gibt es Verzeichnisse oder eine zentrale Anlaufstelle? Gibt es womöglich sogar unterschiedliche Qualifikationen?

    Ja. Ich würde da zunächst einmal zwischen dem stationären und ambulanten Bereich differenzieren. Also psychoonkologische Angebote werden bereits in vielen Kliniken vorgehalten. In zertifizierten Organzentren sind sie sogar verpflichtend. Und da ist es häufig so, dass der Psychoonkologe auch direkt zu Ihnen kommt, Sie anspricht, ob Sie ein Gespräch wünschen oder eine Begleitung während ihres Klinikaufenthaltes.

    In den meisten Kliniken ist das so. Auch bei spezialisierten Reha-Einrichtungen ist es inzwischen fester Bestandteil. Im ambulanten Bereich ist es so, dass die Beratung und die Begleitung häufig über die Mitarbeiter und Psychoonkologen in den Krebsberatungsstellen erfolgen oder über niedergelassene Psychotherapeuten oder Heilpraktiker für Psychotherapie mit einer entsprechenden Weiterbildung. Und die ist vorzugsweise auch zertifiziert durch die deutsche Krebsgesellschaft. Über Landeskrebsgesellschaften, das wäre zum Beispiel in Berlin die Berliner Krebsgesellschaft oder in Hessen die hessische Krebsgesellschaft-. Also in jedem Bundesland gibt es eine Landeskrebsgesellschaft. Da können die Ansprechpartner und auch die Krebsberatungsstellen erfragt werden. Der Krebsinformationsdienst vom deutschen Krebsforschungszentrum hat auch eine online Adressdatenbank. Das heißt, da können Sie auch ganz gezielt spezialisierte Therapeuten und Krebsberatungsstellen einsehen. Und falls Sie an einem Wohnort wohnen, wo keine ambulante Beratung möglich ist, weil es keine Beratungsstellen gibt oder keine Plätze bei Psychotherapeuten, dann gibt es hier sehr sehr gute Angebote auch vom Krebsinformationsdienst, wo Sie eine telefonische Beratung erhalten können und auch über die Kollegen vom Infonetz Krebs. Das ist eine Initiative von der deutschen Krebshilfe in Kooperation mit der deutschen Krebsgesellschaft. Auch da haben Sie die Möglichkeit, eine telefonische Begleitung zu bekommen. Und ich würde auch ganz gezielt empfehlen einfach Ihren Onkologen zum Beispiel anzusprechen und zu fragen, ob er eventuell Psychoonkologen kennt, die hier unterstützen können.

    Diese Angebote sind grundsätzlich sehr niederschwellig aufgebaut. Das heißt, über einen Anruf oder einen Mailkontakt kommen Sie da relativ schnell in Kontakt mit den Ansprechpartnern.

  • 17:05 // Wer übernimmt die Kosten? Gibt es Zuzahlungen?

    Also hier würde ich in den stationären und ambulanten Bereich unterscheiden. Im stationären Bereich, also während des Klinikaufenthaltes, ist es so, dass die Krankenkassen die Kosten tragen. Im ambulanten Bereich ist es zum Beispiel bei Krebsberatungsstellen in der Regel so, dass sie über Spenden oder über eine öffentliche Förderung finanziert werden. Dort sind die Beratungen kostenlos. Längerfristige Begleitungen und Therapien, also bei niedergelassenen Psychotherapeuten, sind wieder entweder über die Krankenkasse oder auf Selbstzahlerbasis zu leisten.