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Was man gewinnen und verlieren kann

Menschen können durch die Erkrankung aus ihrem Umfeld gerissen werden und Altvertrautes bzw. Sicheres ist nicht mehr da. Aber man kann auch gewinnen.

Die Ärztin Monika Cramer wurde selbst zur Patientin, als sie die Diagnose Blutkrebs erhielt.

Porträt Monika Cramer

Was man gewinnen und verlieren kann

Monika Cramer sagt:

Was ich verloren habe vielleicht ein bisschen, ist so die emotionale Spannbreite, von superglücklich zu Tode betrübt, das hat sich ein bisschen eingeengt, würde ich sagen. Also ich kann mich natürlich noch total freuen. Ich kann auch noch traurig sein, aber es ist nicht mehr so extrem, wie ich das vielleicht vorher hatte. Das hat sich so ein bisschen eingependelt auf ein Grundmaß mit, schon klar, ein bisschen Ausschlägen nach oben und nach unten, aber so der ganz große Gefühlsbogen, der ist kleiner geworden, würde ich sagen. Ja, was ich gewonnen habe, ist tatsächlich wirklich Gelassenheit. Das hängt vielleicht dann auch zusammen mit diesen emotionalen Schwankungen, sondern ich habe wirklich ein bisschen mehr Gelassenheit gewonnen. Ich habe gemerkt, dass ich wirklich mit extremen Schwierigkeiten auch eigentlich ganz gut umgehen kann. Ich glaube, dass mich jetzt so schnell irgendwie nichts umhaut. Auch wenn ich jetzt die Diagnose, ich hatte jetzt letztens wieder die Kontrolle. Das wissen alle Krebspatienten, das ist immer kein schönes Datum, gerade bei den Leukämiepatienten bedeutet das ja immer Knochenmarkspunktion, das ist auch nicht schön. Ja, da denke ich dann schon: „Hm, hoffentlich kommt nichts raus“, aber wenn jetzt was rauskommen würde, dass man sagen würde: „Okay, das Ganze fängt von vorne an“, okay, dann würde ich sagen: „Gut, muss ich es noch mal von vorne machen.“ Also umhauen würde es mich nicht.

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